Get Well Soon

17.09.2022Dresden: Beatpol

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Genre:

Beschreibung

Konstantin Gropper schlägt einmal mehr ein ganz neues Kapitel auf: Wo im vorpandemischen 2018 noch „The Horror“ auf das Gift und die Düsternis der
(damaligen) Gegenwart verwies, ist „Amen“ – ausgerechnet hier und heute – das Album, auf dem der 39-jährige seine Zuversicht entdeckt hat. „In der Krise“, sagte einmal ein kluger Mensch, „zeigt der Mensch sein wahres Gesicht“. Voilà.

„Ich habe mitten im Lockdown, als ich viel allein arbeitete und dabei immer wieder Nachrichten las, mit Erschrecken festgestellt: Ich bin Optimist! Nach all den Jahren, in denen ich die großen Schwarzmaler bewundert habe, von Bernhard bis Cobain, musste ich mir eingestehen, dass ich nicht anders kann, als an ein ‚gutes Ende‘ zu glauben“, so Gropper. Er übersieht dabei natürlich nicht die Verheerungen, die die letzten zwei Jahre bei vielen angerichtet haben. „Mir geht vielmehr diese auch typisch deutsche Jammerei auf die Nerven. Das ständige Beschweren über die widrigen Umstände, obwohl man trotz allem noch zu den Privilegiertesten
gehört. „

Ein feiner Humor zieht sich denn auch durch das neue Album: Ob es die an Siri angelehnte und latent übergriffige künstliche Intelligenz ist, die einen durch „Amen“ führt, das Sinnieren über den exzentrischen Weltraum-Battle der Tech-Milliardäre, die Tatsache, dass sich der Text eines ganzen Songs aus Glückskeks-Weisheiten zusammensetzt oder Groppers augenzwinkerndes Spiel mit der Rolle des LifeCoaches als Vermittler der eigenen Glückseligkeit. Die Aura von Neubeginn und Selbstoptimierung, die letzteren Charakter umweht, spiegelt sich auch in der ersten Song-Veröffentlichung „Mantra“ wieder – ein Song, der, so Gropper, „ganz dem Schweinehund gewidmet“ sei: „You are here / It is time / Then why don’t you / why“ singt er, bis dieses sich ständig wiederholende Mantra in einem elektrisierenden Shoegaze-Gewitter aufgeht und ein Hauch von kosmischer Energie im Raum verbleibt. So ist „Amen“ auch musikalisch in helleren Farben gemalt als seine Vorgänger. „Ich habe vor allem Songs aus meiner Happy-Place-Playlist als Inspiration gehört. Wundert sicher viele, dass ich die habe, aber es gibt sie.“

Bei alldem ist „Amen“ durchaus kein Album, das schlichte Positivität predigt. Es stellt vielmehr die Frage, wie trotz allem Optimismus möglich sein kann.

Zusätzliche Information

Spielstätte

Beatpol

Stadt

Dresden